Monday, May 30, 2016

SachsenIndustrie40 - Sachsen stellt sich auf - ein Nachbericht und Ausblick

Mit der Aussage - Arbeitskräfte sind bei Effizienzsteigerung und ohne Wachstum nicht zu halten – ist die Konferenz „Industrie 4.0 – Sachsen stellt sich auf“ in der letzten Märzwoche in Dresden zu Ende gegangen. Ohne Digitalisierung und sich daraus ergebende neue und skalierbare Geschäftsmodelle wird die sächsische Wirtschaft nicht in der Weltspitze bleiben können - so die allgemeine Stimmungslage.

In seinem Eröffnungsvortrag hatte Ministerpräsident Stanislaw Tillich zunächst betont, dass die Voraussetzungen für die Zukunft der sächsischen Wirtschaft gegenwärtig nicht besser sein könnten.  Die hervorragende Wissenschafts- und Hochschullandschaft sowie die industriellen Voraussetzungen liegen in Sachsen umfassend vor. Zugleich hat er die anwesenden sächsischen Unternehmer ausdrücklich aufgefordert, sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen und Vernetzungen über die traditionellen Branchengrenzen hinweg aufzubauen, um im internationalen Wettbewerb ganz vorne mitspielen zu können. In diesem Kontext wies er darauf hin, dass "die Geschwindigkeit in China auch nicht vor neuen Technologien und deren Umsetzung Halt machen wird“.

Für die rund 400 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik stellten sich Fragen wie „Wie kann den mittelständischen Unternehmen in Sachsen die digitale Transformation gelingen?“ oder „Wie wird Unternehmen geholfen, sich auf die Transformation in Richtung Industrie 4.0 vorzubereiten?“ Auf diese und andere Fragen haben Impulsvorträge und moderierte Workshops mögliche und machbare Zukunftspfade aufgezeigt. Darüberhinaus hat es zahlreiche Anregungen gegeben, aktuell sich ergebende wirtschaftliche und soziale Herausforderungen und gesetzliche Gegegebenheiten (wie z.B. Tarifverträge, Datenschutz, Cyber Security) entsprechend abzustimmen und weiter zu entwickel und so die positive Entwicklung auch im Kontext der Zukunft der Arbeit (gleichnamiger Titel von Prof. Jutta Rump beim Arbeitnehmerempfang des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr am 28.04.2016 in Dresden) zu fördern.

Dr. Henning Kagermann, Präsident acatech GmbH
Henning Kagermann, ehemaliger SAP Vorstand und Leiter der acatech, betonte in seinem Eingangsvortrag, „Es liegt nicht an der Analyse in Deutschland, sondern an der Umsetzung!“. Diese Einschätzung zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Tag. Insbesondere im Kontext der kleinteiligen und oft nicht tarifgebundenen sächsischen Wirtschaft ergeben sich besondere Herausforderungen für die digitale Transformation in Sachsen. Die sächsischen Unternehmen sind zwar weltweit bekannt für ihre Maschinenbau- und Ingenieurexpertise, die digitale Transformation ihrer Wertschöpfungskette jedoch stellt für die einzelnen Unternehmen eine weitaus größere Herausforderung dar, als dies für Großunternehmen mit entsprechenden Ressourcen der Fall ist.

Während seines Vortrags betonte der Präsident der Fraunhofer Gesellschaft, Reimund Neugebauer die Wichtigkeit der schnellen Datenübertragung bei immer komplexeren Produktionsprozessen, die in Richtung "Losgröße 1" zielen. Dass "Losgröße 1" nicht nur ein theoretisches Ziel ist zeigen mittelständische Industrieindustrieunternehmen aus Sachsen wie z.B. die KAMA GmbH mit ihren Lösungen für kleine Losgrößen im digitalen Druck- und Verpackungsbereich zur Zeit auf der drupa2016.

Fraunhofer Präsident Reimund
Neugebauer zu 5G (neuer Mobilfunk-
standard)
Dass die umfassende Digitalisierung noch (immer) nicht im allgemeinen Leben ankommen ist trotz TDSL und 5G (das 5G Lab Germany erforscht an der TU Dresden hierzu Technologien und Anwendungsszenarien) zeigt die laufende Initiative „Sachsen Digital“. Dies war vom SMWA angestoßen worden, um landesweit, auch in den ländlichen Räumen, schnelle Breitbandverbindungen zu ermöglichen. Einer der Gründe hierfür ist, dass die großen bekannten Telekommunikationsanbieter aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte die bisherigen Geschäftsmodelle (braucht es an dieser Stelle neue?) nicht profitabel umgesetzt sehen und so mit einem Netzausbau zögern. Frei verfügbares WLAN während Konferenzen ist ebenfalls noch kein Standard, doch künftig ein entscheidender Pluspunkt für Konferenzen, um die Vernetzung von Teilnehmern, Branchen, Clustern noch einfacher und schneller zu ermöglichen, sowie den Wissensaustausch in Echtzeit über verschiedene Räume, Themen und Branchen fließen zu lassen.

Alles in allem hat es sich bei #SachsenIndustrie40 um eine gelungene Veranstaltung gehandelt, die gezeigt hat, dass das Thema Industrie 4.0 angekommen ist und Sachsen der Zukunft und den digitalen Herausforderungen mutig und entschlossen gegenüber steht bzw. stehen.

Autoren:
Angela Incampo und Ralf Lippold


Weiterführende Links:


Ausblick auf kommende Veranstaltungen mit Industrie 4.0 - Bezug:




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